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Planungswissen

Grundriss-Symbole und ihre Bedeutung

Diese Übersicht erklärt die gängigen Zeichen im Grundriss von A bis Z sowie die üblichen Abkürzungen im Bauplan.

Kurzantwort

Was bedeuten die Symbole im Grundriss?

Symbole im Grundriss sind genormte Zeichen für Bauteile im waagerechten Schnitt. Wände erscheinen als geschnittene, schraffierte Flächen, Türen als Viertelkreis mit Aufschlagrichtung, Fenster als Doppellinien und Treppen als Stufenlinien mit Laufrichtungspfeil. Materialschraffuren und Linienarten regelt die DIN 1356, die Zuordnung im konkreten Plan die Legende. Wie Sie einen ganzen Plan systematisch prüfen, erklärt der Beitrag Grundriss lesen lernen.

Jedes Zeichen im Grundriss folgt einer zeichnerischen Konvention. Die folgenden Tabellen ordnen die gebräuchlichen Symbole ihrer Darstellung, ihrer Bedeutung und dem zu, worauf beim Lesen zu achten ist. Verbindlich bleiben stets die Legende und der bemaßte Plan. Beispiele finden Sie im Grundriss-Katalog.

Wände und Öffnungen

Wände und Öffnungen im Grundriss: Darstellung, Bedeutung und Hinweise.
Symbol bzw. BezeichnungDarstellung im PlanBedeutungWorauf zu achten ist
InstallationsschachtKleine umschlossene, oft schraffierte oder mit Kreuz markierte Fläche in oder an der Wand.Führt Steig-, Abwasser- und Lüftungsleitungen über mehrere Geschosse.Liegen Bad, WC und Küche nah beieinander bzw. übereinander?
KaminQuadratische oder rechteckige Fläche mit Abgasquerschnitt, oft diagonal gekreuzt.Aufnahme für Schornstein bzw. Abgasleitung einer Feuerstätte.Lage zur Feuerstätte und Führung über Dach in der Legende prüfen.
Nichttragende WandDünnere geschnittene Wand, häufig ohne oder mit leichter Schraffur.Raumteilende Trennwand ohne tragende Funktion.Tragfähigkeit nur über Legende oder Statik feststellen, nicht raten.
NischeRücksprung in der Wand, als Ausklinkung der Wandkontur dargestellt.Vertiefung in der Wand, etwa für Einbauten oder Heizkörper.Nutzbare Tiefe und Breite an der Maßkette ablesen.
SchachtUmschlossene Aussparung im Geschoss, häufig schraffiert oder gekreuzt.Vertikale Aussparung für Leitungen, Lüftung oder Technik.Durchgängigkeit über alle Geschosse im Plansatz kontrollieren.
SturzGestrichelte Linie oberhalb einer Wandöffnung.Tragendes Bauteil über einer Öffnung, das die Last abfängt.Gestrichelte Linien liegen über der Schnittebene, also verdeckt.
Tragende WandKräftig geschnittene Wand mit materialabhängiger Schraffur.Wand mit tragender Funktion für Decken und Lasten.Verbindliche Zuordnung nur über Legende und Statik.
WandöffnungUnterbrechung der Wand ohne eingezeichnetes Tür- oder Fensterelement.Durchgang oder Öffnung in der Wand ohne Verschluss.Breite und lichte Höhe der Öffnung an den Maßen prüfen.

Türen und Fenster

Türen und Fenster im Grundriss: Darstellung, Bedeutung und Hinweise.
Symbol bzw. BezeichnungDarstellung im PlanBedeutungWorauf zu achten ist
DachflächenfensterIm Grundriss gestrichelt dargestellt, da oberhalb der Schnittebene liegend.Fenster in der geneigten Dachfläche.Lage und Größe im Dachgeschoss und in der Ansicht abgleichen.
DoppelflügeltürZwei Türblätter mit zwei Viertelkreisen, die sich gegenüberliegen.Tür mit zwei Flügeln für eine breite Öffnung.Beide Schwenkbereiche müssen frei von Möbeln bleiben.
Drehtür mit AufschlagrichtungTürblatt als Linie mit Viertelkreis für den Schwenkbereich.Standardtür mit definierter Anschlag- und Aufschlagrichtung.Schlägt die Tür frei auf, ohne gegen Möbel oder Türen zu stoßen?
FalttürGefaltete Zickzacklinie über der Öffnung.Tür, deren Flügel sich beim Öffnen zusammenfalten.Geringer Platzbedarf vor der Öffnung, Faltrichtung beachten.
FensterDoppellinie innerhalb der Wand, Breite maßstäblich dargestellt.Öffnung in der Wand für Belichtung und Belüftung.Brüstungshöhe und Lage für Belichtung und Möblierung prüfen.
FenstertürBodentiefe Öffnung mit Türblatt und Viertelkreis, ohne Brüstung.Bodentiefes Fenster als begehbarer Austritt, etwa zur Terrasse.Aufschlagrichtung und Anschluss an Terrasse oder Balkon prüfen.
Hebe-Schiebe-TürGroße parallele Schiebeelemente ohne Schwenkkreis, oft bodentief.Große verschiebbare Glasfront, meist zu Terrasse oder Garten.Freie Schiebefläche neben der Öffnung berücksichtigen.
RollladenkastenGestrichelt oberhalb des Fensters angedeutet.Kasten zur Aufnahme des Rollladens über der Öffnung.Reduziert bei Aufsatzkästen die lichte Fensterhöhe.
SchiebetürParalleles Element ohne Schwenkkreis entlang der Wand.Tür, die seitlich verschoben statt geschwenkt wird.Spart Platz vor der Öffnung, benötigt Fläche neben der Wand.

Erschließung und Bauteile

Erschließung und Bauteile im Grundriss: Darstellung, Bedeutung und Hinweise.
Symbol bzw. BezeichnungDarstellung im PlanBedeutungWorauf zu achten ist
AufzugRechteckige Kabinenfläche mit diagonalen Linien im Schacht.Vertikale Erschließung als Aufzugsanlage.Lage des Schachts über alle Geschosse und Zugänge prüfen.
GalerieUmlaufende Fläche entlang eines Luftraums, oft mit Brüstungslinie.Offene, begehbare Ebene mit Blick in den darunterliegenden Raum.Brüstung und Anschluss an Treppe oder Podest kontrollieren.
LuftraumOffene Fläche mit Diagonalkreuz oder Beschriftung, ohne Decke.Über mehrere Geschosse offener, nicht begehbarer Raumbereich.Erforderliche Brüstung entlang der Kanten muss vorhanden sein.
PodestEbene Fläche zwischen zwei Treppenläufen.Ruhefläche oder Wendefläche innerhalb einer Treppe.Tiefe des Podests und Anschluss an die Läufe beachten.
PodestbrüstungDurchgezogene Linie an der offenen Kante von Podest oder Galerie.Absturzsichernde Brüstung an offenen Kanten.Durchgängigkeit der Brüstung an allen offenen Kanten prüfen.
RampeGeneigte Fläche mit Richtungspfeil und Gefälleangabe.Schräge Fläche zur Überwindung von Höhenunterschieden.Steigung und Länge für stufenlose Zugänglichkeit prüfen.
Treppe mit LaufrichtungspfeilParallele Stufenlinien mit Pfeil in Laufrichtung nach oben.Verbindung zwischen zwei Geschossen.Antritt, Austritt und lichte Durchgangshöhe kontrollieren.

Ausstattung und Plangrafik

Ausstattung und Plangrafik im Grundriss: Darstellung, Bedeutung und Hinweise.
Symbol bzw. BezeichnungDarstellung im PlanBedeutungWorauf zu achten ist
BadewanneRechteck mit abgerundeten Ecken und angedeutetem Ablauf.Sanitärobjekt für das Baden im Badezimmer.Bewegungsfläche davor und Anschluss an den Schacht prüfen.
DuscheQuadrat oder Rechteck mit Ablaufsymbol, oft mit Diagonalen.Sanitärbereich zum Duschen, boden- oder wannengleich.Lage des Ablaufs und der Trennwände beachten.
HeizkörperSchmales längliches Rechteck vor der Wand, meist unter dem Fenster.Flächenheizelement zur Raumbeheizung.Freie Fläche davor und Lage unter dem Fenster prüfen.
HerdQuadrat mit vier Kreisen für die Kochstellen.Kochstelle innerhalb der Küchenzeile.Abstand zu Spüle und Arbeitsfläche berücksichtigen.
HöhenkoteZahlenwert mit Vorzeichen und Pfeil oder Dreiecksymbol.Höhenangabe gegenüber einer festgelegten Bezugsebene.Bezugsebene, meist Oberkante Fertigfußboden, beachten.
KüchenzeileAneinandergereihte Rechtecke entlang der Wand mit Geräten.Zusammenhängende Reihe aus Schränken, Spüle und Herd.Bewegungsfläche vor der Zeile und Anschlüsse prüfen.
MaßketteZahlenreihe mit Begrenzungsstrichen entlang der Bauteile.Angabe der Abstände zwischen Bauteilen im Plan.Rohbaumaß und lichtes Maß unterscheiden.
NordpfeilPfeil mit Buchstaben N außerhalb des Grundrisses.Kennzeichnet die Himmelsrichtung des Gebäudes.Fehlt der Nordpfeil, beim Anbieter nachfordern.
RaumstempelBeschriftung mittig im Raum mit Name und Kennwerten.Angabe zu Bezeichnung, Fläche und Ausstattung eines Raumes.Flächenangabe und Bezugsmaße mit dem Plan abgleichen.
SchnittlinieKräftige Linie mit Pfeilen und Buchstaben quer über den Plan.Verlauf und Blickrichtung des zugehörigen Schnitts.Zugehörigen Schnittplan zur Linie heraussuchen.
SchraffurMusterung der geschnittenen Bauteilflächen.Kennzeichnet das Baustoffmaterial des Bauteils.Materialzuordnung ausschließlich über die Legende.
SpüleBecken mit angedeutetem Abfluss in der Küchenzeile.Wasseranschluss zum Spülen in der Küche.Nähe zu Wasseranschluss und Schacht beachten.
WaschbeckenOvales oder rechteckiges Becken an der Wand mit Ablauf.Sanitärobjekt zum Händewaschen in Bad oder WC.Bewegungsfläche davor und Anschlusslage prüfen.
WCOvales Becken mit angedeutetem Spülkasten an der Wand.Toilette als Sanitärobjekt.Freie Fläche davor und Anschluss an den Schacht beachten.

Abkürzungen im Grundriss

Übliche Abkürzungen im Grundriss mit Bedeutung und Hinweis.
AbkürzungBedeutungHinweis
ARAbstellraumNebenraum für Stauraum.
BGFBrutto-GrundflächeGesamtfläche einschließlich Konstruktion.
BRHBrüstungshöheHöhe von Oberkante Fertigfußboden bis Fensterunterkante.
DGDachgeschossOberste, im Dachraum liegende Ebene.
EGErdgeschossEbene auf Höhe des Geländes.
GFZGeschossflächenzahlVerhältniswert aus dem Bebauungsplan.
GRZGrundflächenzahlVerhältniswert aus dem Bebauungsplan.
HWRHauswirtschaftsraumRaum für Haustechnik und Hausarbeit.
KeKellerGanz oder teilweise unter dem Gelände liegende Ebene.
LHLichte HöheFreie Höhe zwischen zwei Bauteilen.
NFNutzflächeFür die Nutzung verfügbare Fläche.
OGObergeschossÜber dem Erdgeschoss liegende Ebene.
OKFFOberkante FertigfußbodenFertige begehbare Fußbodenfläche als Bezugsebene.
OKRFOberkante RohfußbodenFußbodenfläche ohne Belag.
RHLichte RaumhöheFreie Höhe von Fußboden bis Decke.
STStellplatzFläche zum Abstellen eines Fahrzeugs.
UKUnterkanteUntere Begrenzung eines Bauteils.
WCToiletteRaum oder Objekt mit Toilette.
WFWohnflächeNach Berechnungsregel ermittelte Wohnfläche.
WHWandhöheHöhe der Wand vom Fußboden bis zur Oberkante.

Grundriss-Symbole: häufige Fragen

Kompakte Antworten zu Zeichen, Abkürzungen und Höhenangaben im Grundriss.

Was bedeuten die Symbole im Grundriss?
Die Symbole im Grundriss sind genormte Zeichen, die Bauteile wie Wände, Türen, Fenster, Treppen und Sanitärobjekte im waagerechten Schnitt darstellen. Wände erscheinen als geschnittene, oft schraffierte Flächen, Türen als Viertelkreis mit Aufschlagrichtung, Fenster als Doppellinien. Die verbindliche Bedeutung der Zeichen und Linienarten regelt die DIN 1356 für Bauzeichnungen.
Wie werden tragende Wände im Grundriss dargestellt?
Tragende Wände werden im Grundriss als geschnittene Bauteile mit deutlicher Wandstärke und materialabhängiger Schraffur gezeichnet, meist kräftiger als nichttragende Trennwände. Die Materialschraffur folgt der DIN 1356. Ob eine Wand tatsächlich tragend ist, geht verbindlich nur aus der Legende, dem Positionsplan oder der Statik hervor, nicht allein aus der Linienstärke.
Was bedeutet OKFF im Grundriss?
OKFF steht im Grundriss für Oberkante Fertigfußboden, also die fertige, begehbare Fußbodenoberfläche einschließlich Estrich und Belag. Sie dient als Bezugsebene für Höhenkoten, Türhöhen und Brüstungshöhen. Davon abzugrenzen ist OKRF, die Oberkante Rohfußboden ohne Belag. Höhenkoten im Plan beziehen sich in der Regel auf die OKFF.
Was ist eine Höhenkote im Grundriss?
Eine Höhenkote ist im Grundriss eine Höhenangabe, die die Lage einer Fläche gegenüber einer festgelegten Bezugsebene beschreibt, meist der Oberkante Fertigfußboden im Erdgeschoss. Sie wird als Zahl mit Vorzeichen und Pfeil oder Dreieckssymbol dargestellt. Höhenkoten kennzeichnen Niveauunterschiede wie Podeste, Stufen oder abgesenkte Bereiche.
Was bedeutet BRH im Bauplan?
BRH steht im Bauplan für Brüstungshöhe, also den Abstand zwischen der Oberkante Fertigfußboden und der Unterkante einer Fensteröffnung. Sie bestimmt, wie hoch die feste Brüstung unter dem Fenster ist und damit die Durchsicht sowie die Absturzsicherung. Die konkrete Angabe steht am jeweiligen Fenster im Grundriss oder Ansichtsplan.
Wie erkenne ich einen Installationsschacht im Grundriss?
Einen Installationsschacht erkennen Sie im Grundriss an einer kleinen, umschlossenen und oft schraffierten oder mit Kreuz gekennzeichneten Fläche innerhalb oder neben Wänden, häufig nahe Bad, WC und Küche. Er nimmt Steig- und Abwasserleitungen sowie Lüftung auf und wird über alle Geschosse übereinander geführt. Die genaue Kennzeichnung erklärt die Planlegende.
Was ist ein Raumstempel?
Ein Raumstempel ist im Grundriss die beschriftete Angabe zu einem einzelnen Raum, meist zentral in der Raumfläche platziert. Er nennt üblicherweise die Raumbezeichnung, die Grundfläche in Quadratmetern und häufig Bodenbelag oder lichte Raumhöhe. Der Raumstempel fasst die wichtigsten Kennwerte eines Raumes an einer Stelle zusammen und erleichtert das Lesen des Plans.
Wofür steht HWR im Grundriss?
HWR steht im Grundriss für Hauswirtschaftsraum, einen Nebenraum für Waschmaschine, Trockner, Hausanschlüsse, Haustechnik und Vorräte. Er wird als Raumbezeichnung im Raumstempel eingetragen und liegt oft nahe an Küche, Bad oder Installationsschacht, um Leitungswege kurz zu halten. Weitere übliche Kürzel sind AR für Abstellraum und WC für die Toilette.
Was bedeutet die Schraffur einer Wand?
Die Schraffur einer Wand kennzeichnet im Grundriss das Baustoffmaterial des geschnittenen Bauteils, etwa Mauerwerk, Stahlbeton, Holz oder Dämmung. Jede Materialart hat ein eigenes Schraffurmuster nach DIN 1356. Die Zuordnung des Musters zum Material steht in der Planlegende. Aus der Schraffur allein lässt sich nicht sicher ableiten, ob eine Wand tragend ist.
Wo finde ich die Legende zu einem Grundriss?
Die Legende zu einem Grundriss finden Sie meist am Rand des Plans oder im Schriftfeld unten rechts, teils auf einem gesonderten Blatt des Plansatzes. Sie ordnet Schraffuren, Symbolen, Linienarten und Abkürzungen ihre Bedeutung zu. Fehlt eine Legende, sollten Sie sie beim Planersteller nachfordern, um Materialien und Zeichen korrekt zu deuten.

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