Grundlegende Antworten rund um Definition, Arten und Maßstab eines Grundrisses.
Was ist ein Grundriss?+
Ein Grundriss ist ein waagerechter Schnitt durch ein Geschoss, von oben dargestellt. Er zeigt Wände, Türen, Fenster und die Raumaufteilung einer Ebene und wird üblicherweise im Maßstab 1:100 gezeichnet. Dieses Portal dokumentiert 3.084 Grundrisse aus echten Neubau-Modellen (Stand: August 2026). Damit lässt sich ablesen, wie groß die Räume sind, wie sie zueinander liegen und wie man sich im Haus bewegt.
Welche Arten von Grundrissen gibt es?+
Grundrisse unterscheiden sich nach ihrem Zweck: Der Entwurfsgrundriss skizziert die erste Idee, der Bauantragsgrundriss dient der Genehmigung, der Werkplan enthält die Ausführungsmaße und der Möblierungsplan zeigt eine Einrichtungsidee. Alle beschreiben dieselbe Ebene, unterscheiden sich aber in Detailtiefe und Verbindlichkeit. Für die Bauentscheidung zählt am Ende der bemaßte Werkplan.
In welchem Maßstab wird ein Grundriss gezeichnet?+
Ein Grundriss wird üblicherweise im Maßstab 1:100 gezeichnet: Ein Zentimeter auf dem Plan entspricht einem Meter in Wirklichkeit. Übersichten nutzen oft 1:200, Ausführungs- und Werkpläne 1:50, Details bis 1:20. Der Maßstab steht im Plankopf und erlaubt es, Raumbreiten und Abstände direkt vom Plan abzuleiten.
Was bedeutet Maßstab 1:100 bei einem Grundriss?+
Der Maßstab 1:100 bedeutet, dass eine Strecke auf dem Plan das Hundertfache in der Wirklichkeit misst: Ein Zentimeter auf dem Papier entspricht einem Meter im Gebäude. Eine im Plan 4 Zentimeter breite Wandöffnung ist real 4 Meter breit. So lassen sich Räume und Möbel realistisch einordnen, ohne jede Zahl nachzumessen.
Was ist ein bemaßter Grundriss?+
Ein bemaßter Grundriss ist ein Plan, in dem Maßketten die Abstände zwischen Bauteilen angeben, meist in Zentimetern. Er unterscheidet Rohbaumaß und lichtes, nutzbares Maß und macht Raumbreiten, Wandstärken und Öffnungen prüfbar. Erst mit Bemaßung lässt sich beurteilen, ob Möbel und Bewegungsflächen passen und ob Engstellen wie Flure ausreichen.
Warum verlangt die Bank einen bemaßten Grundriss?+
Die Bank verlangt einen bemaßten Grundriss, weil sie die Wohnfläche und den Wert der Immobilie nachvollziehbar prüfen muss, bevor sie einen Kredit gewährt. Nur mit eingetragenen Maßen lassen sich Flächen berechnen und mit dem Kaufpreis abgleichen. Der bemaßte Plan ist Teil der Beleihungsunterlagen und dient der Bank als Grundlage der Wertermittlung.
Worin unterscheiden sich Grundriss, Schnitt und Ansicht?+
Der Grundriss ist der waagerechte Schnitt durch ein Geschoss von oben und zeigt die Raumaufteilung im Maßstab 1:100. Der Schnitt ist die senkrechte Darstellung durch das Gebäude und macht Geschosshöhen und Aufbau sichtbar. Die Ansicht zeigt eine Fassade von vorn. Erst zusammen ergeben die drei Zeichnungen ein vollständiges Bild eines Hauses.
Wie unterscheidet sich ein Wohnungsgrundriss von einem Hausgrundriss?+
Ein Wohnungsgrundriss zeigt eine einzelne Einheit innerhalb eines größeren Gebäudes: Die tragenden Wände sind vom Gesamtbau vorgegeben, die Erschließung führt über ein gemeinschaftliches Treppenhaus, der Änderungsspielraum ist durch Gemeinschaftseigentum begrenzt. Ein Hausgrundriss umfasst das gesamte Gebäude mit eigenem Eingang, meist über mehrere Geschosse und mit größerem Spielraum für Anpassungen.
Auf welcher Höhe wird ein Grundriss geschnitten?+
Ein Grundriss entsteht als waagerechter Schnitt durch ein Geschoss, gedanklich etwa auf Höhe der Fenster, sodass Türen und Fensteröffnungen erfasst werden. Alles unterhalb der Schnittebene wird von oben dargestellt, alles darüber bleibt weg. So zeigt eine einzige Zeichnung Wände, Öffnungen und Raumaufteilung eines Geschosses gleichzeitig und bleibt dennoch eindeutig lesbar.
Was zeigt der Nordpfeil im Grundriss?+
Der Nordpfeil zeigt die Ausrichtung des Hauses zur Himmelsrichtung. Mit ihm prüfen Sie, ob Wohn- und Essbereich die gewünschte Süd- und Westsonne bekommen und ob Schlafräume und Bad nach Osten oder Norden liegen. Ohne Nordpfeil lässt sich die Belichtung eines Grundrisses nicht seriös beurteilen; er gehört daher auf jeden vollständigen Plan.
Wer darf einen Grundriss für den Bauantrag erstellen?+
Einen Grundriss für den Bauantrag darf nur erstellen, wer bauvorlageberechtigt ist – in der Regel Architektinnen und Architekten sowie bestimmte Bauingenieure. Wer im Einzelfall vorlageberechtigt ist, regeln die Landesbauordnungen der Bundesländer unterschiedlich. Ein selbst gezeichneter Entwurf hilft beim Sortieren der Wünsche, ersetzt aber nicht die genehmigungsfähige Planung durch eine berechtigte Person.
Wie viele Grundrisse braucht ein zweigeschossiges Haus?+
Ein zweigeschossiges Haus braucht 2 Grundrisse – je einen pro Geschoss, also einen für das Erdgeschoss und einen für das Obergeschoss. Kommen Keller oder ausgebautes Dachgeschoss hinzu, ergibt sich je weitere Ebene ein zusätzlicher Grundriss. Jede Etage wird separat dargestellt, weil sich Raumaufteilung, Wände und Öffnungen von Geschoss zu Geschoss unterscheiden.