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Grundrisse verstehen

Der Wohnungsgrundriss

Ein Wohnungsgrundriss folgt anderen Regeln als der eines ganzen Hauses. Diese Übersicht zeigt die Unterschiede und hilft, einen Grundriss sicher zu lesen und zu vergleichen.

Kurzantwort

Was ist ein Wohnungsgrundriss?

Ein Wohnungsgrundriss zeigt die Aufteilung einer einzelnen Einheit innerhalb eines größeren Gebäudes. Anders als beim ganzen Haus sind die tragenden Wände vom Gesamtbau vorgegeben, die Erschließung führt über ein gemeinschaftliches Treppenhaus, und der Außenbezug beschränkt sich auf Balkon, Loggia oder Terrasse. Der Änderungsspielraum ist durch Gemeinschaftseigentum und Nachbarn begrenzt. Gelesen wird der Plan mit denselben Symbolen wie ein Hausgrundriss.

Wohnungsgrundriss und Hausgrundriss im Vergleich

Wohnungsgrundriss gegenüber Hausgrundriss: Merkmale im Überblick.
MerkmalWohnungsgrundrissHausgrundriss
GeschosseMeist eine Ebene innerhalb eines größeren Gebäudes; selten Maisonette über zwei Ebenen.Ein oder mehrere eigene Geschosse, oft mit Treppe verbunden.
Tragende WändeVom Gesamtgebäude vorgegeben, kaum veränderbar; betreffen mehrere Einheiten.Innerhalb des eigenen Hauses, Anpassungen mit Statikprüfung eher möglich.
ErschließungÜber gemeinschaftliches Treppenhaus, Flur oder Aufzug zur Wohnungstür.Eigener Hauseingang, interne Erschließung über Diele und Treppe.
AußenbezugBalkon, Loggia oder Terrasse; Fenster nur an den Außenwänden der Einheit.Eigener Garten und Terrasse, Fenster meist an mehreren Außenseiten.
ÄnderungsspielraumBegrenzt durch Gemeinschaftseigentum, Nachbarn und die Teilungserklärung.Größer, da das Gebäude allein zur Einheit gehört.
WohnflächenberechnungBalkon und Terrasse anteilig; Gemeinschaftsflächen zählen nicht zur Wohnung.Wohnfläche des gesamten Hauses; Keller und Technik meist nicht angerechnet.

Wohnungsgrundriss richtig lesen

Die Zeichensprache ist dieselbe wie beim Haus: Wände als Linien oder Schraffuren, Türen als Viertelkreis mit Aufschlagrichtung, Fenster als Doppellinien, dazu Maßketten und der Nordpfeil. Bei einer Wohnung lohnt sich der Blick auf einige Besonderheiten. Prüfen Sie, welche Wände tragend und damit nicht veränderbar sind, denn sie gehören häufig zum Gemeinschaftseigentum. Achten Sie auf die Lage der Einheit im Gebäude: Eckwohnungen werden über mehr Außenwände belichtet, Innenlagen weniger. Sehen Sie sich an, wie die Wohnung erschlossen wird und ob Balkon oder Loggia zur bevorzugten Himmelsrichtung liegen. Für die Wohnfläche gilt, dass Balkon und Terrasse nur anteilig zählen und Gemeinschaftsflächen wie Treppenhaus oder Keller nicht zur Wohnung gerechnet werden. Wie Sie Symbole und Maße allgemein deuten, erklärt Grundriss lesen lernen; die Grundlagen der Flächenermittlung fasst Wohnfläche berechnen zusammen.

Grundriss Wohnung: häufige Fragen

Kompakte Antworten zum Unterschied zwischen Wohnungs- und Hausgrundriss.

Was ist ein Wohnungsgrundriss?
Ein Wohnungsgrundriss zeigt die Aufteilung einer einzelnen Einheit innerhalb eines größeren Gebäudes. Anders als beim ganzen Haus sind die tragenden Wände vom Gesamtbau vorgegeben, die Erschließung führt über ein gemeinschaftliches Treppenhaus, und der Außenbezug beschränkt sich auf Balkon, Loggia oder Terrasse. Gelesen wird der Plan mit denselben Symbolen wie ein Hausgrundriss.
Wie unterscheidet sich ein Wohnungsgrundriss von einem Hausgrundriss?
Ein Wohnungsgrundriss unterscheidet sich vom Hausgrundriss durch die vorgegebene Tragstruktur des Gesamtgebäudes, die Erschließung über ein gemeinschaftliches Treppenhaus und einen kleineren Änderungsspielraum. Eine Wohnung liegt meist auf einer Ebene, ein Haus umfasst oft mehrere eigene Geschosse mit interner Treppe. Beim Haus lassen sich Anpassungen mit Statikprüfung eher umsetzen.
Welche Wände lassen sich in einer Wohnung verändern?
In einer Wohnung lassen sich vor allem nichttragende Innenwände verändern. Tragende Wände gehören häufig zum Gemeinschaftseigentum und dürfen nicht ohne Weiteres angetastet werden, weil sie mehrere Einheiten betreffen. Im Grundriss erkennt man tragende Wände oft an der größeren Wandstärke. Was zulässig ist, regeln Teilungserklärung und die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
Wie wird eine Wohnung erschlossen?
Eine Wohnung wird über ein gemeinschaftliches Treppenhaus, einen Flur oder einen Aufzug bis zur Wohnungstür erschlossen; dahinter erschließt eine interne Diele die Räume. Anders als beim Haus gibt es keinen eigenen Hauseingang. Das Treppenhaus zählt zum Gemeinschaftseigentum und wird von mehreren Parteien genutzt, nicht zur Wohnfläche der einzelnen Wohnung.
Zählt der Balkon bei einer Wohnung zur Wohnfläche?
Bei einer Wohnung zählt der Balkon nach Wohnflächenverordnung nur anteilig zur Wohnfläche, in der Regel zu einem Viertel, in Ausnahmefällen bis zur Hälfte. Dasselbe gilt für Loggia und Terrasse. Gemeinschaftsflächen wie Treppenhaus, Keller oder Waschraum gehören dagegen nicht zur Wohnfläche der einzelnen Einheit, weil sie mehreren Parteien dienen.
Worauf sollte ich beim Lesen eines Wohnungsgrundrisses achten?
Beim Lesen eines Wohnungsgrundrisses achten Sie darauf, welche Wände tragend und damit nicht veränderbar sind, wie die Einheit im Gebäude liegt und über wie viele Außenwände sie belichtet wird. Prüfen Sie die Erschließung und ob Balkon oder Loggia zur bevorzugten Himmelsrichtung liegen. Der Nordpfeil hilft, die Belichtung der Räume einzuschätzen.
Warum werden Eckwohnungen oft heller?
Eckwohnungen werden oft heller, weil sie über mehr Außenwände verfügen und dadurch Fenster zu mehreren Himmelsrichtungen haben. Innen liegende Wohnungen belichten dagegen nur über eine Seite. Prüfen Sie am Grundriss mithilfe des Nordpfeils, welche Räume Tageslicht bekommen und ob der Wohnbereich zur Sonne liegt – die Lage im Gebäude entscheidet stark über die Helligkeit.
Wie viel Änderungsspielraum bietet ein Wohnungsgrundriss?
Ein Wohnungsgrundriss bietet begrenzten Änderungsspielraum: Nichttragende Innenwände lassen sich mit Zustimmung anpassen, während tragende Wände, gemeinschaftliche Erschließung und die Teilungserklärung Grenzen setzen. Auch Nachbarn und Eigentümergemeinschaft sind betroffen. Ein Hausgrundriss lässt größere Eingriffe zu, weil das Gebäude allein zur Einheit gehört und nur die eigene Statik zu beachten ist.

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